Spiel● 2026● Mit Claude gebaut

Track Attack

Wir wollten ein bestimmtes Musik-Partyspiel spielen. Die Schachtel lag zu Hause. Also habe ich es eben nachgebaut.

Aufwand
2 Stunden bis spielbar, bisher rund 20 insgesamt
Vorkenntnisse
Etwas Programmiererfahrung, aber null Ahnung vom Aussehen
Womit gebaut
Läuft im Browser, die Musik kommt von Spotify
Status
Läuft, und es kommt immer noch was dazu
0Std. bis zur ersten spielbaren Runde
0Std. Gesamtaufwand über alle Ausbaustufen
0Std. allein für ein tanzendes Skelett
0 Songs über fünf Playlists

Der Anlass

Ein paar Freunde, ein Wochenende, die Idee steht: dieses eine Musikquiz spielen, bei dem man Songs nach Jahreszahl einsortiert. Und das Spiel? Liegt zu Hause im Regal.

Ich hätte den Abend abhaken können. Hatte aber ein paar Stunden Zeit und genug Vertrauen in Claude. Also: dann bauen wir das Ding eben selbst.

Was daraus wurde

Song läuft, und du musst sagen, aus welchem Jahr er ist. Solo, im Team, oder online mit Leuten, die gar nicht im selben Raum sitzen. Jeder an seinem eigenen Handy.

Neben der Platte tanzt ein grün leuchtendes Skelett. Die Karten sind nach Jahrzehnt eingefärbt, es gibt eine Bestenliste, die bleibt, und eine Historie aller Team-Duelle. Nichts davon war geplant. Es kam einfach dazu.

Eine komplette Runde — inklusive der Fun-Facts zum Song, die sich das Spiel selbst aus Wikipedia holt

Was drinsteckt

018 Ausbaustufen

Das Spiel selbst

Spotify schwindelt beim Erscheinungsjahr — erstaunlich oft. Wenn Wikipedia deutlich widerspricht, fragt das Spiel von sich aus nach, bevor jemand zu Unrecht verliert. Die ewige Diskussion am Spieltisch: abgeschafft.

024 Ausbaustufen

Klang

Vier eigene Klänge, und keiner hielt sich an eine gemeinsame Lautstärke — die Jubelmenge ging neben der Antwort-Glocke schlicht unter. Jetzt liegt alles auf einem Pegel, und im Moment der Auflösung macht die Musik von ganz allein Platz.

036 Ausbaustufen

Wie es sich anfühlt

Bei einem Treffer erscheint die Karte genau dort, wo eben noch die Platte schwebte. Beim Fehlgriff wird sie zerknüllt und weggeworfen wie ein missratener Einkaufszettel. Beides tut genau das Richtige mit deinem Puls.

046 Ausbaustufen

Die Bibliothek denkt mit

Beim Aufräumen kam raus: Acht Songs lagen doppelt im Bestand, mit munter widersprüchlichen Jahren — Oh, Pretty Woman gleichzeitig als 1962 und 2006. Richtig ist übrigens 1964, also beides falsch. Korrigiert jemand ein Jahr, gilt das jetzt sofort für alle.

05der größte Brocken

Online gegeneinander

Ein Raum, fünf Zeichen, jeder am eigenen Handy — egal in welcher Stadt. Aus Versehen die Seite geschlossen? Handy neu gestartet? Die Partie läuft einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Der Spieleabend ist nicht mehr totzukriegen.

Diese Übersicht ist die Kurzfassung. Die ausführliche Variante hat Claude selbst gebaut — daraus wurde das zweite Projekt.

So lief das ab

  1. Ich sage in einem Satz, was mich stört oder was ich gern hätte.
  2. Claude sieht sich erst an, wie das Spiel gerade wirklich läuft, bevor irgendetwas geändert wird.
  3. Geht es ums Aussehen, kommt zuerst eine Probefassung zum Anklicken — ich bekomme einen Link und schaue sie mir in Ruhe an.
  4. Ich sage, was mir gefällt, oder suche mir eine der Varianten aus.
  5. Claude baut es ins echte Spiel ein, probiert es selbst aus und stellt es online.
  6. Wenn ein Fehler sich nicht fassen lässt, filme ich meinen Bildschirm ab — Claude zerlegt das Video in Einzelbilder und sucht darin.

Die Sätze, die den Unterschied machten

„die skelett animation seht komisch aus, hilft es dir wenn ich ein video schicke damit du siehst was das konkrete problem ist?"

„was fällt dir noch ein woran wir arbeiten können? mir ist vor allem der design aspekt wichtig und auch gerad ebei mobilen geräten (meist safari)"

Tippfehler inklusive. Ich lasse sie absichtlich stehen, denn genau so läuft das: Du musst nichts sauber formulieren. Du musst nur sagen, was dich gerade nervt.

Das Spielbrett von Track Attack: zwei tanzende Skelette neben einer sich drehenden Schallplatte, darunter der Zeitstrahl mit nach Jahrzehnt eingefärbten Karten
Der Zeitstrahl — jede Karte nach Jahrzehnt eingefärbt und anklickbar

Sieben Stunden. Für ein Skelett.

Nicht für das Spiel. Nicht für den Online-Modus. Für ein tanzendes Skelett neben einer Schallplatte.

Auf dem iPhone ging es drei Mal kaputt, jedes Mal an einer anderen Stelle, jedes Mal ohne ein Wort der Erklärung. Drei verschiedene Darstellungsfehler, immer nur beim Skelett, nie beim Rest — und nirgends eine Meldung, die verraten hätte, woran es liegt. Am Ende musste ich mein eigenes Handy abfilmen und das Video in Einzelbilder zerlegen lassen. Erst da war überhaupt zu sehen, was da schiefläuft.

Und das war schon der zweite Anlauf. Davor sollte eine KI die Bewegung aus einem fertigen Video auf meine Figur übertragen. Komplett für die Tonne. Solche Dienste rechnen in Guthabenpunkten, die man vorher kauft: 20 waren verbrannt, ein Teil kam automatisch zurück, unterm Strich blieben 7,5.

Ehrlich gesagt: Ich hatte vorher kaum Ahnung vom App-Bauen. Das Angenehme war, dass Claude nicht so getan hat, als wüsste ich schon alles, sondern mich durch die Entscheidungen mitgenommen hat.

„funktioniert, jetzt lass uns das Hauptmenü angucken" Mein Satz in dem Moment, als das Skelett endlich auch auf dem iPhone tanzte

Das Ding hieß mal anders

Wenn man etwas nachbaut, ist der naheliegendste Name immer der des Originals. Praktisch beim Entwickeln: Jeder im Freundeskreis wusste sofort, wovon ich rede. Weniger praktisch, sobald man das Ergebnis ins Netz stellt und der Hersteller des Originals ein Unternehmen ist, das eine ganze Rechtsabteilung ernährt.

Also: umbenannt. Aus dem offensichtlichen Namen wurde Track Attack — ein Vorgang von ungefähr zehn Minuten, der sich rückblickend deutlich günstiger anfühlt als Post von einem großen Spielehersteller. Die alten Screenshots mussten allerdings auch dran glauben; wer ganz genau hinschaut, findet vielleicht noch irgendwo ein Pixel Vergangenheit.

Gelernt: Über den Namen nachdenken, bevor man ihn in jede Überschrift, jeden Screenshot und ein 21-sekündiges Video einbaut.

In meinen Worten

Ich hab mir mein eigenes Musikquiz gebaut, weil ich Bock drauf hatte. Nicht weil ich musste. Solo, im Team, online — und mit einem tanzenden Skelett, das mir mehr Kopfzerbrechen bereitet hat als die komplette restliche App zusammen.

Gelernt habe ich vor allem eins: Das iPhone macht bei Animationen, was es will, und sagt dir nicht warum. Am Ende brauchte es ein Video von meinem eigenen Bildschirm, damit der Fehler überhaupt sichtbar wurde.

Und die App sieht heute richtig gut aus. Nicht weil ich plötzlich gestalten könnte, sondern weil ich jede Idee erst zum Anklicken bekommen habe, bevor sie ins echte Spiel wanderte.

Die Zutatenliste

Wenn dir keiner dieser Namen etwas sagt: völlig in Ordnung. Mir sagten die meisten vorher auch nichts. Es sind die Bausteine, aus denen so eine App zusammengesetzt wird — hier stehen sie nur der Vollständigkeit halber.

React 19 TypeScript Vite zustand dnd-kit Spotify Web Playback SDK Vercel Functions Vercel Blob Cloudflare Workers Durable Objects PartyServer Claude Haiku

Kein Baukasten, kein fertiges Spiel von der Stange. Von außen kommen nur zwei Dinge: die Musik von Spotify und das Hintergrundwissen zu den Songs aus Wikipedia.

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