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Das fünfte Projekt ist die Seite, auf der die anderen vier stehen.
Ja, das beißt sich ein bisschen in den Schwanz. Du liest gerade eine Seite, die erklärt, wie die Seite entstanden ist, auf der du sie liest. Weiter unten wird es nicht besser.
Der Anlass
Die Sachen lagen verstreut herum: ein Spiel irgendwo im Netz, ein Kartensatz als Druckdatei, ein Video auf der Festplatte. Wer sehen wollte, was ich so baue, bekam von mir drei Links und eine mündliche Erklärung dazu.
Und die Erklärung war eigentlich das Interessantere: nicht was fertig geworden ist, sondern wie wenig man dafür können muss.
Was daraus wurde
Eine Seite, auf der alles zusammensteht — mit den Fragen, die ich gestellt habe, den Umwegen und der ehrlichen Dauer. Kein Lebenslauf, keine Preisliste.
Dazu ein Haufen Spielereien, die niemand braucht und die trotzdem den ganzen Unterschied machen: gläserne Schrift, die dem Finger folgt, ein Flug durch einen Tunnel, ein Skelett, das oben mittanzt.
Was drinsteckt
Die gläserne Schrift
Das moin ist kein Bild, das nur herumliegt: Es verbiegt sich unter dem Mauszeiger, als läge echtes Glas auf dem Bildschirm. Am Handy gibt es keinen Zeiger — dort schwebt es von allein.
Die Pixelwelle
Fährst du über eine Projektkachel, wächst aus ihrer Mitte ein Feld aus kleinen Quadraten nach außen, bis die Farbe das Bild verschluckt hat. Jedes Korn geht einzeln auf. Das Muster ist jedes Mal ein anderes.
Der Flug
Eine Schallplatte wird beim Scrollen größer, bis ihre Rillen den Bildschirm füllen — und genau darin geht es weiter durch einen Tunnel. Am Ende kommt sie zurück und nimmt alles wieder mit.
Am Handy
Fast alles hier reagiert auf einen Mauszeiger. Den gibt es am Handy nicht. Also übernimmt dort das Scrollen seine Rolle: Was durch die Bildschirmmitte wandert, wird angetippt, ohne dass du etwas tust.
Das Kleingedruckte
Eine Vorschaukarte, damit der Link in WhatsApp gut aussieht. Ein eigenes Bild für den Reiter im Browser. Eine eigene Seite für Tippfehler in der Adresse. Und eine Bitte an Google, die Seite in Ruhe zu lassen — sie ist für Freunde, nicht für die Welt.
So lief das ab
- Ich zeige eine Seite, die mir gefällt — nicht zum Abmalen, sondern als Richtung.
- Claude baut eine erste Fassung, die ich sofort im Browser anschauen kann.
- Ich sage in einem Satz, was mich stört. Meistens gefühlsmäßig: zu grau, zu brav, zu sehr nach Agentur.
- Größere Ideen kommen erst als Probefassung zum Anklicken, bevor sie die echte Seite anfassen.
- Was überzeugt, bleibt. Was nicht überzeugt, fliegt wieder raus — auch nach Stunden Arbeit.
- Ein kurzer Befehl, und die Änderung ist im Netz. Meistens dauert das keine Minute.
Das Verrückte daran: Der Ablauf ist derselbe wie bei den anderen Projekten. Ob ein Kartenspiel entsteht, ein Video oder eine Website, ändert am Gespräch erstaunlich wenig.
Die Sätze, die den Unterschied machten
„lassne sich unsere effekte auf ein mobiles gerät irgendwie übertragen?"
„struktur und umsetzung oben links finde ich zu agenturig, was passt da besser zu unserer seite?"
„alle Text bitte deutlich wenige technischer aufbauen, unsere Zielgruppe sind menschen die keine ahnung von KI haben"
Tippfehler wie immer inklusive. Keiner dieser Sätze ist besonders klug formuliert — sie sagen nur ziemlich genau, was mich gestört hat. Mehr braucht es nicht.
Was nicht funktioniert hat
Acht Anläufe für einen Effekt, den es nicht mehr gibt. Die Projektkacheln sollten sich beim Überfahren an der Ecke hochrollen wie eine Buchseite. Acht Fassungen, jede ein bisschen anders, keine wirklich gut: Mal sah es aus wie ein Aufkleber, der sich löst, mal wie ein Fehler. Irgendwann habe ich das Ding rausgeworfen. An seiner Stelle steht heute die Pixelwelle, und die war in einem Bruchteil der Zeit fertig.
Am Handy war die halbe Seite tot. Die schönsten Sachen hier reagieren auf einen Mauszeiger — und am Handy fährt niemand mit dem Finger über etwas, ohne zu tippen. Beim ersten Test auf dem eigenen Telefon passierte schlicht nichts. Die Lösung war nicht, die Effekte wegzulassen, sondern ihnen einen anderen Auslöser zu geben.
Und einmal wäre beinahe zu viel online gegangen. Beim Hochladen wandert der ganze Ordner ins Netz — auch Dateien, auf die keine Seite verlinkt. Dabei wäre fast ein Verzeichnis mitgegangen, das sich das Hochladewerkzeug selbst anlegt, mit meinen Kontodaten darin. Aufgefallen ist es beim Nachzählen der Dateien: zwei mehr als erwartet. Seitdem baut ein kleines Hilfsprogramm den Upload zusammen und lässt alles Interne konsequent draußen.
„top, passt so. lass uns online gehen" Der Satz, nach dem die Seite aufgehört hat, ein Entwurf zu sein
In meinen Worten
Ich wollte keine Seite, die aussieht wie ein Lebenslauf. Ich wollte zeigen, was passiert, wenn man abends eine Idee hat und einfach mal fragt — und dazu gehören die Sachen, die in die Hose gegangen sind, genauso wie die fertigen.
Gearbeitet habe ich daran nie am Stück. Ein Satz getippt, weggelegt, laufen gewesen, wiedergekommen und geschaut, was daraus geworden ist. Genau so soll es sich auch lesen.
Und der schrägste Moment war der hier: der Seite zu sagen, sie soll über sich selbst berichten. Da hat das Ding angefangen, über sich selbst nachzudenken — und ich mit.
Der linke Knopf führt zur Übersicht. Und zum Projekt. Beides gleichzeitig.