Patchnotes
18 Wörter getippt. Fünf Minuten gewartet. Fertige Seite. Das war's.
„Patchnotes“ nennt man die Liste aller Änderungen an einem Programm — alles, was seit dem letzten Mal dazugekommen ist.
Der Anlass
Zwei Gründe, und der erste ist der ehrlichere: Ich bin ein faules Schwein. An Track Attack waren über Wochen 24 Ausbaustufen entstanden, und die alle von Hand zu einer Liste zusammenzuschreiben, hätte einen Abend gekostet. Also wäre es nie passiert.
Der zweite Grund war Neugier: Ich wollte wissen, was rauskommt, wenn ich so wenig vorgebe wie irgend möglich.
Was daraus wurde
Eine einzelne animierte Seite unter der Überschrift „Aus einem Kartenspiel wurde eine Plattform": eine sich drehende Schallplatte, die rechts aus dem Bild läuft, eine Leiste mit fünf großen Zahlen und fünf Kapitel mit Karten zum Drüberfahren.
Der Moment, der mich wirklich erwischt hat: Die Kapitel tragen die echten Teamfarben aus der App — nicht irgendwelche Farben, die halt hübsch aussehen. Claude kannte das Projekt und hat sich einfach bedient. Danach hatte ich nicht gefragt. Ich hätte gar nicht gewusst, dass ich danach fragen kann.
Die fünf Kapitel
Das Spiel selbst
Jahreskorrektur, Antippen statt Ziehen, Fehler-Nachschau, Song-Wissen aus Wikipedia.
Klang
Vier eigene Klänge, auf einen Pegel gebracht. Die Musik macht Platz, wenn etwas passiert.
Wie es sich anfühlt
Die Platte dreht sich um und wird zum Albumcover — oder wird zerknüllt.
Die Bibliothek denkt mit
Korrigiert einer ein Jahr, ist es für alle korrigiert. Bestenliste und Pokalvitrine.
Online gegeneinander
Ein Raum, fünf Zeichen, jeder wo er will. Ein Regelwerk für lokal und online.
Der komplette Auftrag
„kannst du mir alles zusammenfassen was wir an der app bisher erstellt haben und an upgrades vorgenommen haben?"
Kein Wort dazu, wie die Seite aussehen soll. Keine Farben, keine Anordnung, nichts zu den Bewegungen. Sie sieht trotzdem so aus, wie sie aussieht — weil Claude das Projekt längst kannte.
So lief das ab
- Ich frage in einem kurzen Satz nach einer Zusammenfassung von allem, was bisher dazugekommen ist.
- Claude sucht die wichtigen Änderungen aus dem laufenden Projekt zusammen.
- Aufbau, Farben und Anordnung entstehen ohne eine einzige Vorgabe — die Farben holt sich Claude direkt aus der App.
- Die fertige Seite gibt es sofort als Link, den ich weiterschicken kann.
Was nicht funktioniert hat
Nichts. Die Seite stand beim ersten Versuch.
Das wäre aber zu billig als Geschichte. Die Arbeit steckte vorher: in den Wochen an Track Attack, in drei Fehlern, die es nur auf dem iPhone gab, in sieben Stunden für ein tanzendes Skelett. 18 Wörter reichen nur deshalb, weil da schon etwas ist, worüber man reden kann.