Spiel● 2026● Mit Claude gebaut

Riftle

Für unsere Version des Spiels gab es kein Ratespiel. Jetzt schon.

Das Vorbild heißt Loldle: jeden Tag eine Spielfigur erraten. Nur geht das über die Figuren der großen Fassung am Rechner — und wir spielen die fürs Handy, in der es nur einen Teil davon gibt.

Aufwand
Ein Tag für das Rätsel. Alles danach: viele, viele Abende.
Vorkenntnisse
Programmieren kann ich nicht. Von der Ausrüstung im Spiel hatte ich auch keine Ahnung.
Womit gebaut
Ich erzähle, was ich will, Claude baut — zuletzt mit Opus 5
Status
Läuft, ist online, meine Freunde spielen es. Und ich fasse es dauernd wieder an.
0Tag bis das Rätsel stand. Alles danach hat deutlich länger gedauert.
0 Spielfiguren sind drin, jede mit ihren echten Werten
0 Testrunden gespielt — geschätzt. Gefühlt waren es mehr.
0Sek. so oft hat mein Briefkasten nach Post geschaut. Damit habe ich die Seite lahmgelegt.

Der Anlass

Es gibt so ein Ratespiel schon, es heißt Loldle, und ich fand es immer klasse: jeden Tag eine Figur erraten. Nur geht es über alle Figuren des großen Spiels am Rechner — und wir zocken die Handy-Fassung, in der es nur einen Teil davon gibt.

Wer bei uns mitraten wollte, scheiterte also an Namen, die er noch nie gesehen hatte. Nicht besonders lustig. Also habe ich eins für unsere Version gebaut.

Was daraus wurde

Morgens fünf Rätsel, drei Minuten, fertig. Und daneben ein zweites Spiel: Man führt einen Helden durch zehn Gegner, schaltet unterwegs Sachen frei, kauft beim Händler Einzelteile und schmiedet daraus Ausrüstung.

Der eigentliche Trick daran: Man lernt nebenbei, welche Ausrüstung gegen welchen Gegner wirklich hilft. Genau das sehen die Leute in echten Partien nämlich täglich nicht.

Derselbe Kampf zu drei Zeitpunkten nebeneinander: links zwei nüchterne Balken, in der Mitte und rechts ein volles Spiel mit Bildern, Fähigkeiten und Anzeigen
Derselbe Kampf dreimal: links der Anfang (nachgestellt), in der Mitte acht Tage später, rechts der Tag danach

Was drinsteckt

01jeden Morgen

Das Rätsel am Morgen

Fünf Fragen, jeden Tag neu, für alle gleich. Wer weniger Versuche braucht, bekommt mehr Punkte. Am Monatsende steht fest, wer von uns am meisten Ahnung hat. Das reicht als Streitgrund völlig.

02kam als Zweites

Der Endlos-Teil

Ein Rätsel am Tag ist halt schnell durch. Also: ein Held, zehn Gegner, wer fällt, fängt von vorne an. Jeder besiegte Gegner schließt sich an und ist beim nächsten Mal selbst spielbar.

03der eigentliche Punkt

Ausrüstung, die was beibringt

In echten Partien sehe ich täglich Leute, die völlig sinnlose Sachen kaufen. Bei mir zeigt jeder Gegner eine Schwäche — wer das Passende dabeihat, merkt sofort, dass es leichter geht. Wer nichts baut, stirbt beim fünften Gegner. Lernen durch Sterben, sozusagen.

04kein Blindflug mehr

Die Schmiede

Beim Händler kauft man Einzelteile und setzt daraus Ausrüstung zusammen. Erst war das blindes Rumprobieren: Passt es nicht, hieß es „daraus wird nichts", und man stand da wie bestellt. Jetzt zeigt der Händler, was noch draus werden kann — und was runter muss, wenn zu viel draufliegt.

05hat alles gedreht

Der Gegner sagt an, was kommt

Über dem Gegner steht jetzt, was er als Nächstes vorhat und wie hart es wird. Klingt nach Kleinigkeit, hat den Kampf aber komplett gedreht: Vorher hat man geraten, jetzt entscheidet man.

So lief das ab

  1. Geärgert, dass es unser Ratespiel nicht gibt — und es an einem Tag selbst gebaut.
  2. Gedacht: Ein Rätsel am Tag ist wenig. Es müsste was geben, das immer geht.
  3. Also einen Endlos-Teil drangebaut, in dem man Sachen freischaltet.
  4. Dann die Frage: Wofür schaltet man die eigentlich frei? Antwort: um Gegner zu besiegen.
  5. Und wenn Gegner, dann Ausrüstung — und wenn Ausrüstung, dann kann sie auch gleich was beibringen.
  6. Danach nur noch: hübscher machen, Kleinkram, Ideen von einem Kumpel und die verfluchte Suche nach Klängen.

Die Sätze, die den Unterschied machten

„dafür ist das gameplay nicht cool genug tbh"

„ich weiß nicht was aktuell die Gegner machen, wenn immer nur kommt: wird gleich angreifen, lohnt sich das ganze auch nicht^^"

„die konkreten anweisungen was der spieler machen sollte brauche ich nicht, das wird sonst langweilig"

Tippfehler wie immer inklusive. Der mittlere Satz hat den ganzen Kampf umgekrempelt — und ist nichts weiter als Gemecker.

Was nicht funktioniert hat

Das Peinlichste zuerst: Ich habe meinen eigenen Briefkasten lahmgelegt. Im Spiel liegt ein Zettel, auf dem meine Freunde mir schreiben können, was ihnen nicht passt. Der hat alle 45 Sekunden nachgeschaut, ob neue Post da ist — bei einem offenen Fenster über hundert Abfragen in der Stunde. Nach ein paar Stunden war das Tagesguthaben des Gratis-Zugangs aufgebraucht, die Seite spuckte nur noch Fehler aus, und ich hatte Mails vom Anbieter im Postfach. Am nächsten Tag kam nochmal eine, obwohl längst repariert. Da habe ich erstmal wieder Panik gekriegt — war nur ein Nachhall vom Vortag.

Dann der Abend, an dem drei Sachen gleichzeitig kaputt waren. Mitten im Durchgang lief plötzlich nochmal der Vorspann. Danach kam derselbe Gegner ein zweites Mal. Und dann fror der Kampf ein — ein Gegner ließ sich schlicht nicht umbringen, auch nach einem Neustart nicht. Ich habe drei getrennte Beschwerden geschrieben. Es war ein einziger Fehler, der drei Türen weiter aufgestoßen hat.

Am meisten Lebenszeit haben aber die Geräusche gefressen. Man braucht welche, die man benutzen darf, die zum Rest passen und die nach zwanzigmal Hören nicht nerven. Für zwei Sekunden Ton sitzt man eine Stunde da und klickt sich durch Archive. Das steht in keinem Ergebnis drin und war trotzdem die zäheste Arbeit am ganzen Projekt.

„nicht zu leicht und nicht zu schwer, je länger das level geht desto anspruchsvoller" Mein eigener Satz — bis abends sechs Testdurchgänge von allein durchliefen: vier bis zum Endgegner, zwei bis kurz davor

In meinen Worten

Angefangen hat es, weil mich genervt hat, dass wir bei so einem Ratespiel nicht mitraten konnten.

Dann wollte ich einen Modus, der immer geht, und ab da hat sich eine Frage die nächste gestellt, bis da plötzlich ein Spiel mit Endgegner stand.

Das Lustigste: Ich wollte den Leuten beibringen, welche Ausrüstung wogegen hilft — und habe es beim Bauen selbst erst richtig gelernt.

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Privates Fanprojekt. Die Figuren und ihre Bilder gehören dem Hersteller des Originals, nicht mir.

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